Schlafversuche

Veröffentlicht am 31. May 2007.
Heute liegt die Flo tatsächlich zum ersten Mal in ihrem Babygitterbett, dass wir vor vielen Monaten von Tante Elke bekommen haben. Der Grund: Seit gestern klappt Tinas bewärtes Schlafstillen nicht mehr. Statt wie früher nach 5 Minuten trinken noch 20 Minuten zu nuckeln und dann einzunicken, dreht die kleine Flo sich einfach auf den Bauch und krabbelt zum nächsten Spielzeug. Das zehrt mächtig an Tinas Nerven, denn müde sind beide, Baby und Mama. Trotzdem bringt jeder weitere Versuch an der Brust nur weitere Ernüchterung für uns Eltern. Deshalb habe ich (=Gogo) jetzt in mühevoller Arbeit den Ramsch aus dem Gitterbett im blauen Zimmer geräumt und die Matraze auf eine klettersichere Stellung gebracht.

21:40 - Die Erfolge soweit: 15 Minuten Geschrei vom 3/4-jährigen Neuankömmling. Ich war schon einmal drin und habe ihr vom Kuckuck gesungen, da hat sie still gelauscht - um so größer die Enttäschung, als ich nach 5 Strophen einfach wieder gegangen bin. Jetzt werde ich sie mal wieder besuchen und von hölzernen Wurzeln in 4 Akten singen...

21:50 - Wieder hat Flo mir beim Singen eine willkommene Ruhepause im Schreimarathon geschenkt - sobald ich wieder aus dem Zimmer raus war, fing sie wieder an. Erfahrene Eltern sagen, dass die Kleinen innerhalb von wenigen Tagen kapieren, was die sonst so lieben Eltern wollen, und so bin ich noch optimistisch. Zum Glück gönnt sich Tina ein wenig Schlaf.

Heut haben wir schon ein ziemliches Abenteuer hinter uns - alles fing letztes Wochenende an, als wir nach einem plötzlichen Zeichen von André rasch nach Berlin & Prieros gezogen sind, um Tinas Bruder, Cousinen und Tanten zu besuchen. Flo war unser beliebter Engel und die Mücken Plagegeister. Gut gegessen haben wir dank Elke. Den Rückweg haben wir dank www.mitfahrgelegenheit.de gemeistert und so den netten Eric kennengelernt. Gegen Abend begann ein großes Tohuwabohu auf Tinas Mailbox: Oma sagt, ich soll Mama anrufen, Mama sagt ich soll Mama anrufen, dann wieder Oma, die sagt ich soll Mama anrufen...

Es stellt sich heraus: Ich habe mein Handy bei Eric im Auto liegen lassen (wie schon auf der Hinfahrt bei Jana, aber die hat's beim Aussteigen gemerkt) und der hat die Mama in meinem Telefonbuch entdeckt und angerufen.


22:06 - Bibabutzemänner und leuchtende Laternen sind interessant genug für Flo, um mal kurz liegen zu bleiben. Aber schon mitten im Lied springt sie wieder auf und krabbelt im riesigen (140x80 cm) Bett herum. Dafür ist ihr entsetztes Geschei nach dem Verlassenwerden durch meine Person schon mächtig abgeschwächt. Heißt das etwa, dass ich heut nicht noch einmal hineinmuss? Vielleicht kann ich ja sogar selbst mal schlafen gehen?

Aber nun weiter mit dem Abenteuer: Eric wohnt in Friedewald. Da unser Tandem mal zur Durchsicht sollte, müssen wir sowieso nach Radebeul fahren, da können wir ja auch bei ihm vorbeischauen. Habe ich gedacht, doch dann erzählt mir die Oma, dass ein mächtiger Berg die beiden Orte trennt und ich rufe Eric an, um den Ort "seiner" KFZ-Werkstatt zu erfragen. Ich verstehe Auerweg, suche und finde ihn in Weinböhla. Also machen wir uns mit dem Tandem auf den Weg, ich vorn mit Baby im Tuch, Tina hinten, zur Tretmühle. Leider sind die total ausgebucht und wir müssen bis nächsten Do warten - eine kleine Katastrophe. Dann machen wir uns mit der 4 auf zur Köhlerstraße, laufen durch malerische Ortschaften, um auf dem Auerweg zwar eine Tischlerei, aber keine Autowerkstatt zu finden. Enttäuscht machen wir uns nach einem Päuschen wieder auf den Heimweg. Nur ein ausgestreckter Daumen und schon hält ein Auto - ein netter Mensch nimmt uns mit bis zur nächsten Straßenbahn-Haltestelle mit Eisdiele, mit dem schönen Namen Auerstraße. Ein Anruf bei Eric ergibt: wir müssen zum Auenweg, der ist in Altkötzschenbroda! Sinnigerweise also fast beim Fahrradladen. Nach Besuchen bei Schafen und Pferden kommen wir tatsächlich heil an, nein halt, Tina Schienenbein schmerzt von einem Klappstuhl, der im malerischsten Teil von Radebeul, besagtem Altkötzschenbroda stand. Wunderschöne Idylle bei den Elbauen. Später sitzen wir in der Bahn und ich entscheide mich, heute vollends Urlaub zu machen, und mich statt Typo3 heute der Familie zu widmen - ob Flo das geahnt hat?

22:15 - Ruhe im Kinderzimmer, nein halt, das waren nur 15 Sekunden Ruhe... Ich lasse Flo schmoren, sicher rafft sie der Schlaf gleich in die Tiefen des Traumlandes, wo man immerzu krabbeln kann, ohne das einem irgendwelche Mütter immerzu Brüste entgegenschieben.

22:20 - tatsächlich geschafft? Grad eben hat sich wieder Ruhe eingestellt! Für's Protokoll: 55 Minuten bis zum Schlaf.
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