Insekt

Veröffentlicht am 14. October 2002.
Ich sitze in meinem Haus, gelangweilt, weil die erhoffte Transport-Möglichkeit nach Huambo nicht funktioniert hat. Ich beobachte die immer fleißigen, wenn auch etwas betrunken zu scheinenden Insekten um mich herum. Da ist zum Beispiel dieses wespenartige Ding, das jedes der kleinen Löchlein in der Hauswand untersucht, um anschließend wieder von vorn mit der Suche zu beginnen.

Und auch das 5 cm große Ding mit der großen Kugel am Schwanz, das seit einer Stunde über mir am Dachstuhl hängt und sich putzt.

Der Himmel ist hier immer voller Vögel, die die riskantesten Manöver wagen, um in den Genuss einer Fliege oder eines Schmetterlings zu kommen. Manchmal beschäftigen sie sich aber auch andersweitig und machen dabei ein riesiges Theater, kreischen dabei die ganze Zeit.

Ich sollte mich ja eigentlich auf die Entwicklunghilfe für die Region oder zumindest auf portugiesisch konzentrieren, doch je mehr ich warte und eigentlich ja Zeit habe, desto müder werde ich. Es ist zwar gerade erst 10, doch Martin hatte gerade eine gute Idee und Reis aufgesetzt. Gutes Essen ist hier selten, so bin ich für eine nackte Portion Reis überaus dankbar. Denn zum Frühstück hatte ich nur verbrannt schmeckenden Brei aus Soja und Zucker. Oh wie sehr gut doch Brot schmecken kann! Auch wenn es nur 5 Kwanzas, also 10 Cent kostet, irgendjemand muss es natürlich kaufen.

Im Hintergrund höre ich hier immer mal wieder eine Explosion, doch die Einheimischen beruhigen mich, es ist nur eine Mine. Ich hoffe sehr, das es einer der professionelen Minenräumer war, der sie gefunden hat.

Leider ist momentan kein Diesel für den Generator da, also muss ich Schluß machen.
Fotos