Dresdner Klimaaktivist

Petition: Gefährliches Autofahren konsequent ahnden

Veröffentlicht am 17.07.2026.

Vor wenigen Tagen war ich mit dem Fahrrad auf einer sehr ruhigen Landstraße in den Bergen unterwegs. Schon Minuten vorher hörte ich ein extrem lautes Auto.

Gefährliches Autofahren darf nicht erst dann zählen, wenn jemand verletzt oder getötet wurde.

Die Bundestagspetition

Stell dir vor, jemand gefährdet dich wirklich absichtlich mit einem Auto – und am Ende heißt es:

„Es ist ja nichts passiert.“

Doch. Die Gefahr war real – und genau deshalb braucht es eine konsequente Strafverfolgung. Genau hier setzt diese Bundestagspetition an:

Straftaten im Straßenverkehr sollen nicht automatisch als Privatangelegenheit behandelt werden. Die Petition fordert, dass Straftaten von Autofahrenden gegen Radfahrende und zu Fuß Gehende im öffentlichen Interesse verfolgt werden.

Die Petition haben zwei meiner Bekannten in Dresden gestartet, deren politische Arbeit ich seit Jahren schätze. Mein Wunsch: Wer andere im Straßenverkehr gefährdet, muss zur Verantwortung gezogen werden.

Eine Begegnung, die mein Vertrauen erschüttert hat

Vor wenigen Tagen war ich mit dem Fahrrad auf einer sehr ruhigen Landstraße in den Bergen unterwegs. Schon Minuten vorher hörte ich ein extrem lautes Auto. Als ich es schließlich sah, bekam ich einen Schreck: Ein junger BMW-Fahrer fuhr auf der schmalen Straße überwiegend mittig, in den engen Kurven teilweise sogar vollständig auf der Gegenfahrbahn. Ich bin stehen geblieben und habe mich so weit wie möglich an die Felswand am Straßenrand gequetscht. Trotzdem war es richtig knapp. Später kam das Auto noch einmal vorbei, wieder sehr knapp. Von der ersten Begegnung schon mit Adrenalin gefüllt, konnte ich mein Handy kaum aus dem Rucksack fummeln und bedienen. Dennoch konnte ich ein Video machen. Zwar ist das Nummernschild drauf, aber trotzdem viel zu spät, denn das Auto war nur noch 2 Sekunden zu sehen, bevor es um die nächste Kurve gerast ist. Das Tempo war für die enge Bergstraße komplett unangemessen. Noch Stunden später hat mich jeder laute Motor mit Zittern erfüllt. Als wir anschließend bei der Polizei Anzeige erstatten wollten, wurde uns unter anderem gesagt:Wir hätten doch einen Radweg benutzen sollen (es gab keinen).

  • Der Halter sei ein anständiger Mensch und kein Krimineller.
  • Es sei ja nichts passiert, und das knappe Überholen könne ich ohnehin nicht beweisen.

Der Polizist war nett, aber hat keinerlei Hoffnung gemacht. Uns wurde sinngemäß vermittelt, dass ohne Unfall und ohne eindeutigen Nachweis kaum Aussicht auf eine strafrechtliche Verfolgung bestehe. Es geht nicht um genau diesen Polizisten, sondern um ein Systemproblem. Am Ende haben wir keine Anzeige erstattet. 

Dieses Erlebnis hat mein Vertrauen erschüttert. Nicht, weil ich glaube, dass die Mehrheit der Autofahrenden so unterwegs ist – im Gegenteil. Die meisten verhalten sich rücksichtsvoll. Aber eine kleine Minderheit reicht aus, damit sich Menschen auf dem Fahrrad oder zu Fuß bedroht fühlen. 

Deshalb werde ich so schnell wie möglich eine Dashcam an meinem Fahrrad montieren. Nicht, weil ich gerne filme, im Gegenteil, sondern weil ich mich im Ernstfall juristisch schützen möchte. Und wenn es erneut zu einer gefährlichen Situation kommt, werde ich darauf bestehen, dass eine Anzeige verfolgt wird.

 

Du kannst direkt helfen

  1. Petition beim Bundestag mitzeichnen
  2. Das folgende kannst du Eltern schicken:
  3. Das folgende kannst du Autofahrern schicken:
  4. Kennst du jemanden, der schon einmal knapp überholt, geschnitten oder bedroht wurde? Schicke dieser Person den Link.

Dashcam-Halterung fürs Brompton?

Und noch eine Frage an die Fahrrad-Community: Hat jemand Erfahrung mit einer Dashcam-Halterung für ein Brompton? Idealerweise so, dass sie beim Falten in Position bleiben kann. Über Empfehlungen freue ich mich sehr via Social Media oder Signal: Gogowitsch.53

Worum es hier nicht geht

Es geht nicht um einen Konflikt zwischen Fahrradfahrern und Autofahrern. Ich fahre selbst gelegentlich E-Auto. Die meisten Menschen wollen sicher unterwegs sein. Es geht nur darum, dass wenige gefährliche Situationen nicht folgenlos bleiben dürfen, sondern Staatsanwaltschaften angewiesen werden, potentielle Straftaten genau zu prüfen.

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