Dresdner Klimaaktivist

Straßenblockade an der Gläsernen Manufaktur für Elektromobilität, die sich lohnt

Veröffentlicht am 26.08.2026.

Wie jeden Monat organsieren wir von Extionction Rebellion eine legale Straßenblockade. Ich übernehme dafür stets Orga-Aufgaben - auch wenn ich diesmal wegen einem Arbeitstermin nicht persönlich vor Ort sein kann. Die Eckdaten:

📅 Donnerstag, 27. August 2026
🕒 16 Uhr Sammeln, 16:30 Uhr Blockadestart
📍 Straßburger Platz, an den Würfelbäumen (neben der Gläsernen Manufaktur)



Wir blockieren symbolisch den Straßburger Platz – direkt neben der Gläsernen Manufaktur. Diesen Ort haben wir bewusst gewählt: Hier lief im Dezember 2025 das letzte Elektroauto vom Band, bevor aus der Fabrik ein Innovationscampus für Zukunftstechnologien wird. Mit unserer Aktion machen wir darauf aufmerksam, dass Elektrifizierung nicht nur dem Klima nützt, sondern auch dem eigenen Geldbeutel.

Stell dir vor: Straßburger Platz, in ein paar Jahren. Wo heute Blech an Blech steht, hören wir Kinder lachen statt Motoren brummen. Wer aufs Auto angewiesen ist, lädt es nebenbei auf – leise und günstig.

Das ist eine Rechnung, die schon heute aufgeht: Wer sein Auto zu Hause auflädt statt zu tanken, zahlt rund die Hälfte pro Kilometer. Bei 15.000 Kilometern im Jahr sind das etwa 900 Euro mehr in der eigenen Tasche – Jahr für Jahr. Elektrifizierung ist ein Gewinn für alle, die es sich nicht leisten können, draufzuzahlen.

Warum wir jetzt auf die Straße gehen

Auf der IAA 2025 bezeichnete Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) das europäische Verbrenner-Aus ab 2035 als „Irrweg" und forderte stattdessen „Technologieoffenheit" statt einseitiger E-Auto-Förderung. Dass Klimaneutralität im Grundgesetz (Art. 143h) festgeschrieben ist und klimaneutrale Kraftstoffe weit teurer sind als Elektromobilität, lässt er unerwähnt. Ich finde es sehr schade, dass er hier nicht zum Leader wird!

Herr Kretschmer nennt das Ende des Verbrennungsmotors einen ‚Irrweg' – ausgerechnet hier in Dresden, wo an der Gläsernen Manufaktur bis vor Kurzem sehr gute Elektroautos gebaut wurden. Das ist zynisch gegenüber allen, die hier ihre Zukunft in echte Klimatechnologie investiert haben. ‚Technologieoffenheit' ist in Wahrheit oft nur ein anderes Wort für Stillstand – und Stillstand kostet uns Geld, Gesundheit und Zukunft

Firmen wie die SachsenEnergie bauen die öffentliche Ladeinfrastruktur in Dresden kontinuierlich aus, aktuell auf rund 500 Ladepunkte. Auch wir von der teilAuto-Genossenschaft eröffnen immer mehr Standorte - gemessen an der Einwohnerzahl aber noch zu wenige.

Wie schnell diese Entwicklung weitergeht und wie sehr Dresdnerinnen und Dresdner davon profitieren, entscheidet sich auch im Stadtrat und im Landtag. Mit unserer Blockade am morgigen Donnerstag machen wir sichtbar: Elektrifizierung ist eine Chance, die Stadt lebenswerter und den Alltag günstiger zu machen – wenn Politik und Versorger sie konsequent nutzen, statt sie kleinzureden.

Unsere Forderungen:

  • Rahmenbedingungen durch den Stadtrat, um aus fossiler Mobilität auszusteigen
  • Schnellerer Ausbau öffentlicher Ladeinfrastruktur in Dresden – und die dazugehörige Öffentlichkeitsarbeit
  • Transparente Kommunikation zu Tempo und Kosten der Energiewende – und des fossilen Weiter-so, durch SachsenEnergie, den Sächsischen Landtag und den Stadtrat
  • Klares Bekenntnis der sächsischen Politik zur Elektromobilität statt „Technologieoffenheit"-Rhetorik, die faktisch Stillstand bedeutet

Kommt vorbei

Unsere Blockade ist symbolisch, angemeldet und legal – sie wird von der Polizei begleitet. Sie dauert nur kurz je Phase und richtet sich nicht gegen einzelne Autofahrerinnen und Autofahrer, sondern soll zum Innehalten einladen und für eine elektrifizierte, bezahlbare Mobilität werben. Bringt gern euer Fahrrad mit, Demoschilder sowieso.

Wir sehen uns auf der Straße! Ähem, außer wenn ich ausnahmsweise mal nicht dabei bin. Aber am 24. September wieder 8 Uhr.

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