Ich habe erfolgreich für den Schutz schwedischer Moore als natürliche CO₂-Senken gekämpft. Für diesen Protest verbrachte ich 16 Tage im Gefängnis und musste Tausende Euro an Kosten tragen. Bereue ich es? Kein bisschen. Denn die Klimakrise zu stoppen ist den Einsatz wert – für die Menschen, die wir lieben, und für unsere gemeinsame Zukunft. Trotzdem, der Schaden für die Demokratie ist spürbar: Menschen schrecken heute vor Protesten zurück. Strafrecht gegen friedliche Demos sollten Behörden sehr vorsichtig einsetzen, um nicht gegen die Europäische Menschenrechtskonvention zu verstoßen.
Menschen für Protest einzusperren ist einer Demokratie nicht würdig. Daher werden wir am 26. Mai 2026 mit der Kampagne Rosamålet eine Sammelklage gegen den schwedischen Staat einreichen. Die schwedischen Behörden haben unser Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit verletzt, indem sie uns Klimaaktivist:innen strafrechtlich verfolgt haben. Dabei haben wir uns lediglich auf Straßen gestellt und gesetzt.
Bisher haben sich 43 Menschen registriert – darunter Aktivist:innen aus Schweden, Deutschland und Norwegen. Insgesamt könnten 350 bis 400 Betroffene Teil der Klage werden. Wir fordern eine offizielle Entschuldigung und umgerechnet 18.215 € Entschädigung, auch für meinen Gefängnisaufenthalt.
In meinem Fall wurde mir „Sabotage“ vorgeworfen - für einen Stau! Ich habe nichts kaputt gemacht, sondern nur 20 Minuten auf einer Straße gesessen.
In den vergangenen Jahren wurden in Schweden neben „Sabotage“ mindestens 25 verschiedene Straftatbestände gegen Klimaaktivist:innen eingesetzt. Neue Fälle kommen beinahe wöchentlich hinzu. Während Regierungen die Klimakrise weiter verschleppen, werden Menschen kriminalisiert, die auf wissenschaftliche Fakten und notwendige Maßnahmen aufmerksam machen.
Rosamålet könnte international Signalwirkung haben. Sobald wir an die Medien herantreten, könnte es Nachrichten wie diese geben:
„Klimaaktivisten leiten internationale Sammelklage gegen Schweden ein.“
Wenn du helfen möchtest, kannst du die Kampagne hier unterstützen:
Der Kampagnenname Rosamålet lässt sich mit „Der Fall Rosa“ übersetzen. Wir beziehen uns dabei auf Rosa Parks’ berühmten Akt des Widerstands aus dem Jahr 1955, als sie sich weigerte, ihren Sitzplatz im Bus in Montgomery, Alabama, freizumachen – ein entscheidender Moment in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, im Kampf gegen den Rassismus.